Klaus von Beyme: Scribo ergo sum.

Ein berühmter Politikwissenschaftler wird 80.

Klaus von Beyme hat viele Ehrungen erfahren. Reden wurden auf ihn gehalten, Artikel geschrieben, Gratulationen überbracht: zum 60., 65., 75. und nun zum 80. „Postmodern ohne Misere“ überschrieb die Frankfurter Allgemeine vor drei Tagen ihre Eloge auf ihn. Nicht schlecht, das trifft etwas, sicherlich nicht alles. Aber wer kann das schon „Alles“ über Klaus von Beyme sagen und schreiben, über ihn, der über fast alles selbst geschrieben hat. Ich will hier nicht als Statistiker auftreten, der noch einmal berichtet, wie viele Bücher er geschrieben hat, wie viele Artikel verfasst, in wie viele Sprachen er übersetzt und wie oft er zitiert wurde. Es soll 9700 Mal geschehen sein, behauptet Google Scholar. Das dürfte gut für ein Dutzend Berufungen reichen. Vor wenigen Wochen genügten einer Soziologin 153 Zitationen, um an der Humboldt Universität zu Berlin als Professorin berufen zu werden. Weiterlesen

The Game is not over: There is more than Protests and Football going on in Brazil

All eyes are now turned to Brazil, the „country of football“, which happens to host this year’s World Cup. Weeks before the start of the tournament, international newspapers were already filling their pages with articles about Brazil’s purported many problems: inequality, poverty, criminality, corruption, and massive protests all over. Television programs also featured infrastructure deficiencies everywhere, making the audience wonder whether international football stars would get stuck on unfinished roads and airports, besides facing the poor living conditions supposedly faced by Brazilian people every day. The sunny beaches and the beautiful tropical landscape have surely also been broadcasted, contrasted with sad images from the country’s many favelas and slums. In almost all means of communications, journalists spent weeks doing political analysis just as well as they did football predictions. Weiterlesen

Unheilige Allianz: ISIS und das Assad-Regime

Ein auf diesem Beitrag basierender Kommentar ist am 20.Juni 2014 hier im Tagesspiegel erschienen.

Der Vormarsch von ISIS ((=Islamischer Staat im Irak und Syrien)) Kämpfern im Irak schürt Angst und Schrecken. Die fundamentalistische Islam-Auslegung der ISIS und die damit einhergehende martialische Justiz, welche Bestrafungen für Andersdenkende (u.a. Enthaupten und Kreuzigungen) vorsieht, haben sogar dazu geführt, dass Al Qaida sich von dem Vorgehen der ISIS Kämpfer distanziert. ((http://www.spiegel.de/politik/ausland/al-qaida-distanziert-sich-von-isis-terrorgruppe-in-syrien-a-950830.html)) Opfer des Siegeszuges ist die Zivilbevölkerung in Syrien und im Irak. Sie lässt in großer Zahl alles hinter sich und flieht in andere Landesteile oder ins Ausland, um der Willkürherrschaft zu entkommen. Weiterlesen