Besser als die gefĂŒhlte Wahrheit: Eine Wahlprogrammanalyse von SPD und Union des Manifesto Projekts

Wie war das nochmal mit der gefĂŒhlten Wahrheit – die Parteien unterscheiden sich kaum und um Inhalte geht es ihnen nicht? Der aktuelle Wahlkampf ist vor allem ein Kampf gegen die Langeweile. Große Unterschiede zwischen SPD und Union sind kaum auszumachen. Kann unsere Analyse der Wahlprogramme dieses GefĂŒhl bestĂ€rken oder zeigt sie, dass sich die Parteiprogramme doch unterscheiden? Unsere Analyse kann zumindest einen kleinen Einblick geben, wo die SPD und Union sich auch heute unterscheiden und fĂŒr welche Themen sie sich einsetzen. Auch wenn sich die thematische Schwerpunktsetzung in den Wahlprogrammen beider Parteien Ă€hneln, zeigt ein detaillierter Blick, dass es besonders bei gesellschaftspolitischen Fragen große Unterschiede zwischen den Parteien gibt.

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Nationalismus, gesellschaftliche HomogenitĂ€t und Traditionalismus. Die programmatische Alternative fĂŒr Deutschland?

Seit 2013 gibt es in der Bundesrepublik die Partei Alternative fĂŒr Deutschland. Mit welchen Themen will sie eine Alternative zu den etab­lierten Parteien bieten? Eine verglei­chende Analyse des ersten Wahlpro­gramms (2013) und des Grundsatzprogramms (2016) zeigt eine starke Verschiebung der The­menschwerpunkte. Standen bei der GrĂŒndung noch Themen wie EU­Kri­tik, VolkssouverĂ€nitĂ€t und Haushalts­disziplin im Fokus, definiert sich die AfD heute besonders ĂŒber BezĂŒge zum Nationalismus, zur gesellschaftlichen HomogenitĂ€t und zu traditionellen Werten.

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Chancen und Grenzen der Schwarmintelligenz Werkstattbericht aus einem Crowd-Coding-Projekt

In den letzten Jahrzehnten sind die methodischen AnsĂ€tze der Sozialwissenschaften anspruchsvoller geworden. Gleichzeitig hat die technische Entwicklung, insbesondere die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft, dazu gefĂŒhrt, dass grĂ¶ĂŸere Datenmengen leichter und kostengĂŒnstiger gesammelt werden können. Die Nutzung von sozialen Medien und die Vernetzung durch das Internet bieten nicht nur die Chance, Daten ĂŒber individuelle Einstellungen und PrĂ€ferenzen in zuvor ungekanntem Ausmaß zu erheben. Die neuen KommunikationskanĂ€le schaffen auch den Zugang zu potenziellen Forschungsteilnehmern, die zuvor nicht einfach zu erreichen waren. Viele Forscherinnen und Forscher wenden sich deswegen dem sogenannten Crowd-Sourcing oder Crowd-Working zu. Allen Crowd-Working-Methoden liegt die Vorstellung der Schwarmintelligenz zugrunde. Die zentrale Idee dieser Vorstellung ist, dass die Masse (auf Englisch crowd) gemeinsam Probleme besser löst als ihre individuellen Teile es einzeln könnten.

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Welche Positionen vertreten Parteien wirklich? – Das Manifesto-Projekt stellt sich vor

Eine der zentralsten, spannendsten und grundlegendsten Aufgaben der Parteienforschung besteht in der Analyse der Positionen, die Parteien zu unterschiedlichen politischen Themen und Politikfeldern einnehmen. Auf Basis dieser Positionen lĂ€sst sich ermitteln, welche Absichten Parteien verfolgen, ob sie entsprechend handeln und inwiefern sie die Interessen der BĂŒrger vertreten. Zwar haben politisch informierte BĂŒrger und Politikwissenschaftler möglicherweise eine rechte gute Kenntnis dieser Parteipositionen, jedoch beruht diese nicht nur auf dem was Parteien direkt kommunizieren, sondern ebenso auf subjektiven EinschĂ€tzungen und Vorlieben sowie der medialen Darstellung der Partei. Weiterlesen