Lokaler Kandidatenwettbewerb zeigt die Personalisierung der Politik

Neben der Programmatik einer Partei spielen immer st√§rker die Pers√∂nlichkeiten der Kandidatinnen und Kandidaten eine Rolle f√ľr den Wahlausgang. Im Rahmen der Deutschen Wahlstudie GLES wurde untersucht, wie sich diese Entwicklung auf den Wahlkampf in den Wahlkreisen auswirkt. Es zeigt sich: Wo der Wettbewerb um die parteiinterne Nominierung stark ist, richten Kandidaten ihren Wahlkampf strategisch verst√§rkt auf ihre Person aus. Dasselbe gilt f√ľr die zweite, entscheidende Runde, den Kampf um die W√§hlerstimmen. Auch hier nimmt die Personalisierung mit st√§rker werdendem Wettbewerb zu.¬†

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Die Wählerperspektive politischen Wettbewerbs. Konzepte, Entwicklungstendenzen und die Schließung des AfD-Elektorats

Politischer Wettbewerb ist notwendig f√ľr das Funktionieren einer Demokratie. Aber ein Konkur¬≠renzkampf lohnt sich nur, wenn die B√ľrger in ihrer Wahlentscheidung nicht vollends festgelegt sind. Die Messung dieser availability kann dem¬≠ entsprechend Aufschluss √ľber den Zustand des politischen Systems ge¬≠ben, aber ebenso Aussagen √ľber die Offenheit der W√§hler einzelner Partei¬≠en erm√∂glichen. Die Analyse der AfD¬≠ W√§hlerschaft zeigt, dass diese we¬≠nig offen ist f√ľr andere Parteien ‚Äď im Gegensatz zum europ√§ischen Lang¬≠zeittrend insgesamt. Das deutet darauf hin, dass sich eine stabile Unterst√ľt¬≠zerbasis f√ľr die AfD herausbildet.

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Welche Partei hat’s gesagt? Das WZB Wahlprogrammquiz

Glauben Sie die Parteien und ihre Programme zu kennen? Machen Sie den Test mit dem Wahlprogrammquiz. Jirka Lewandowski, Nicolas Merz und Paul Muscat, alle Mitarbeiter am WZB in der Abteilung Demokratie & Demokratisierung, haben ein Online-Quiz zu den Wahlprogrammen der Parteien zur Bundestagswahl entwickelt. Das Quiz zitiert fast 100 S√§tze aus den aktuellen Wahlprogrammen von CDU/CSU, SPD, B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen, FDP, Die Linke und AfD zur Bundestagswahl und l√§sst den Nutzer raten, in welchem Programm der Satz zu finden ist.

Screenshot aus dem WZB Wahlprogrammquiz

 

Das Quiz soll W√§hlerinnen und W√§hlern die M√∂glichkeit geben, sich spielerisch mit den Inhalten und Forderungen der Wahlprogramme auseinanderzusetzen. Ein Beispiel sind die Zitate: ‚ÄěWir setzen uns daf√ľr ein, dass auch (bis zu) vier Personen Eltern f√ľr ein Kind sein k√∂nnen, also in Co-Elternschaft das gemeinsame Sorgerecht innehaben‚Äú oder auch ‚ÄěWir brauchen ein Populationsmanagement f√ľr den Kormoran, das den Artenschutz im Blick hat und den Interessen der Menschen dient‚Äú.

Das Quiz ist unter folgender Internetadresse erreichbar:

https://visuals.manifesto-project.wzb.eu/wahlprogrammquiz/

Das Quiz hat aber nicht nur einen informativen und spielerischen Charakter, sondern es werden f√ľr die Forschung interessante Daten zur Wahrnehmung von Parteien und der Kenntnis von Programmen erhoben. Eine erste Auswertung dieser Daten wird in einigen Wochen hier auf dem Blog ver√∂ffentlicht werden.

Wen Sie mehr √ľber das Manifesto Projekt erfahren wollen schauen Sie doch mal auf der Projektwebseite unter: manifesto-project.wzb.eu¬†vorbei.

 

Launch des WZB Democracy Podcast

Der WZB Democracy Podcast

Ein Podcast √ľber aktuelle Entwicklungen der Demokratie- und Regimeforschung. In jeder Folge des WZB Democracy Podcasts diskutiert der Gastgeber Ilyas Saliba mit einem oder mehreren Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung und deren Relevanz. Auf diese Weise geben wir Einblicke in die Arbeit der WZB-Forschung zu Demokratie, Parteien, Wahlen, autorit√§ren Regimen und politischen Transitionsprozessen. Der WZB Democracy Podcast ist ein Projekt der Abteilung Demokratie und Demokratisierung des Wissenschaftszentrum Berlin f√ľr Sozialforschung.

Was erwartet Uns?

In der ersten Episode sprechen wir mit Aiko Wagner √ľber W√§hler, Wahlverhalten und den Unterschied zwischen Game of Thrones und Demokratie.

F√ľr die kommenden Wochen sind mehrere Folgen vorgesehen. Unter anderem diskutieren wir mit Nicolas Merz und Sven Regel die Relevanz von Wahlprogrammen. In einer weiteren Folge besch√§ftigen wir uns dann explizit mit den Wahlprogrammen der AfD und er√∂rtern die Ver√§nderungen des Wahlprogramms der AfD mit Pola Lehmann und Theres Matthie√ü. Bernhard Wessels wird uns aus seiner Forschung zu Kandidatenwettbewerb und Personalisierung von Wahlkampf und Wahlentscheidung berichten. In einer weiteren Episode werden wir uns mit¬†Seongcheol Kim dem Begriff des Populismus von Rechts und Links aus politiktheoretischer und diskurstheoretischer Sicht ann√§hern. Dar√ľber hinaus werden wir mit Robert Vehrkamp √ľber AfD W√§hler sprechen, und zum Abschluss der ersten Staffel mit Sascha Kneip und Wolfgang Merkel die Ergebnisse der Bundestagswahl einordnen und die Bedeutung von Wahlen f√ľr die demokratische Legitimation er√∂rtern

Links zum Podcast: 

Hier der Link zu der ersten Podcast Episode in der Aiko Wagner Wähler, Wahlverhalten und Wahlsysteme erläutert: https://soundcloud.com/user-288673537/wahler-wahlverhalten-und-der-unterschied-zwischen-game-of-thrones-und-demokratie

Der Podcast ist auch auf iTunes verf√ľgbar unter:¬†https://itunes.apple.com/de/podcast/wzbdemocracy/id1273765399
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Wir freuen uns auch immer √ľber Feedback.

Populismus und Illiberalismus in Ost und West. Eine theoretische Annäherung

Wie ist das Ver¬≠h√§ltnis zwischen Populismus und Illi¬≠beralismus? Zur√ľckgreifend auf die Populismus¬≠-Theorie Ernesto Laclaus und die¬†Agonismus-Theorie Chantal Mouffes wird versucht, den illiberalen Populismus als eine Spielart des Po¬≠pulismus aufzufassen, die spiegelbild¬≠lich zur neoliberalen ‚ÄěPost¬≠-Politik‚Äú die liberale unter die demokratische Lo¬≠gik unterordnet. Dies wird an aktuellen Beispielen aus West¬≠ und Ostmit¬≠teleuropa in Bezug auf eine bestimm¬≠te Haltung zu Grundrechten und zu den Institutionen der liberalen Demo¬≠kratie aufgezeigt.

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Nationalismus, gesellschaftliche Homogenit√§t und Traditionalismus. Die programmatische Alternative f√ľr Deutschland?

Seit 2013 gibt es in der Bundesrepublik die Partei Alternative f√ľr Deutschland. Mit welchen Themen will sie eine Alternative zu den etab¬≠lierten Parteien bieten? Eine verglei¬≠chende Analyse des ersten Wahlpro¬≠gramms (2013) und des Grundsatzprogramms (2016) zeigt eine starke Verschiebung der The¬≠menschwerpunkte. Standen bei der Gr√ľndung noch Themen wie EU¬≠Kri¬≠tik, Volkssouver√§nit√§t und Haushalts¬≠disziplin im Fokus, definiert sich die AfD heute besonders √ľber Bez√ľge zum Nationalismus, zur gesellschaftlichen Homogenit√§t und zu traditionellen Werten.

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Herbst der Demokratie?

Link

Direktor Wolfgang Merkel mit einer Vorlesung in der Teleakademie des SWR √ľber Trump, Brexit und die Frage nach einen Herbst der Demokratie?

Brexit, Trumps Wahlsieg in den USA, der Rechtspopulist Hofer scheitert nur knapp an der Wahl zum Bundespr√§sidenten in √Ėsterreich. Rechtspopulisten befinden sich dies- und jenseits des Atlantiks in einem be√§ngstigenden Vormarsch. In Ungarn und Polen sitzen sie l√§ngst in der Regierung. Gleichzeitig hat der deregulierte globale Kapitalismus die demokratische Gestaltungskraft der Nationalstaaten ausgeh√∂hlt.

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Bundestagswahl 2017: Die Stunde der Populisten?

Populismus ist in der √∂ffentlichen Diskussion ein schillernder und vieldeutiger Begriff. Politiker, Parteien und W√§hler werden wahlweise als Populisten, Rechtspopulisten oder Linkspopulisten bezeichnet. Seit der Wahl von Donald Trump zum Pr√§sidenten der USA wird sogar von einem neuen ‚ÄěZeitalter des Populismus‚Äú gesprochen. Auch den liberalen, repr√§sentativen Demokratien des Westens wird eine populistische Zukunft vorhergesagt. Populismus scheint zur Signatur der Demokratie im 21. Jahrhundert zu werden. Aber was ist Populismus? Wie l√§sst er sich inhaltlich definieren und empirisch messen? Wie populistisch sind die Deutschen? Und welche Rolle spielt der Populismus im Wahlkampf und f√ľr die Wahlentscheidung im Jahr der Bundestagswahl 2017?

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Bewegung? Partei? In den Landtagen agiert die AfD uneinheitlich

Die erste systematische Analyse der AfD¬≠-Pr√§senz in deutschen Landesparlamenten zeigt die junge Partei in strategischer Hinsicht als heterogen. Es sind unterschiedliche Richtungen zu erkennen: eher parla¬≠mentarisch ausgerichtete Arbeit einer konstruktiven Opposition und eher bewegungsorientierte Arbeit. In die¬≠sem Sinne bipolar sind auch einzelne Fraktionen, in denen es Vertreter bei¬≠ der Strategien gibt. Gemeinsam ist den AfD-Fraktionen in den Landtagen die Tendenz, stark auf die Arbeit im Plenum und deren mediale Nutzung zu setzen und weniger in die konkre¬≠te Arbeit in den Aussch√ľssen zu in¬≠ vestieren.

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Demokratie unter Stress. Garantieren Wahlen demokratische Legitimität?

Sinkende Wahlbeteili¬≠gung, Mitgliederverluste der Parteien und schwindendes Vertrauen in de¬≠mokratische Repr√§sentanten stellen die Reputation demokratischer Wah¬≠len zunehmend infrage. Mitunter ist sogar zu h√∂ren, die Wahldemokratie sei dem Tode geweiht. Diese apokalyp¬≠tische Sichtweise verkennt, dass Wah¬≠len nach wie vor der zentrale Legiti¬≠mationsmechanismus der Demokratie sind ‚Äď und dass die bislang diskutier¬≠ten Alternativen (Volksabstimmungen, Repr√§sentation durch Los oder durch nicht gew√§hlte Experten oder NGOs) weit gr√∂√üere Legitimit√§tsprobleme aufwerfen als der ‚Äď durchaus nicht perfekte ‚Äď demokratische Wahlmodus.

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