Politischer Wettbewerb ist notwendig fĂĽr das Funktionieren einer Demokratie. Aber ein KonkurÂrenzkampf lohnt sich nur, wenn die BĂĽrger in ihrer Wahlentscheidung nicht vollends festgelegt sind. Die Messung dieser availability kann dem entsprechend Aufschluss ĂĽber den Zustand des politischen Systems geÂben, aber ebenso Aussagen ĂĽber die Offenheit der Wähler einzelner ParteiÂen ermöglichen. Die Analyse der AfD Wählerschaft zeigt, dass diese weÂnig offen ist fĂĽr andere Parteien – im Gegensatz zum europäischen LangÂzeittrend insgesamt. Das deutet darauf hin, dass sich eine stabile UnterstĂĽtÂzerbasis fĂĽr die AfD herausbildet.
Was Neues fĂĽr die Ohren: Die zweite Folge des WZB Democracy Podcast Online
In der zweiten Folge des WZB Democracy Podcast spricht Gastgeber Ilyas Saliba mit Bernhard Wessels über Personalisierung im Wahlkampf, Willy Brandt und strategisches Wählen bei der Bundestagswahl in Form von Stimmensplitting!
Also aufgepasst, das kann noch nĂĽtzlich sein im September…
#BTW17 Demokratie Politikwissenschaft #Wahlen.
Welche Partei hat’s gesagt? Das WZB Wahlprogrammquiz
Glauben Sie die Parteien und ihre Programme zu kennen? Machen Sie den Test mit dem Wahlprogrammquiz. Jirka Lewandowski, Nicolas Merz und Paul Muscat, alle Mitarbeiter am WZB in der Abteilung Demokratie & Demokratisierung, haben ein Online-Quiz zu den Wahlprogrammen der Parteien zur Bundestagswahl entwickelt. Das Quiz zitiert fast 100 Sätze aus den aktuellen Wahlprogrammen von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke und AfD zur Bundestagswahl und lässt den Nutzer raten, in welchem Programm der Satz zu finden ist.
Das Quiz soll Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit geben, sich spielerisch mit den Inhalten und Forderungen der Wahlprogramme auseinanderzusetzen. Ein Beispiel sind die Zitate: „Wir setzen uns dafür ein, dass auch (bis zu) vier Personen Eltern für ein Kind sein können, also in Co-Elternschaft das gemeinsame Sorgerecht innehaben“ oder auch „Wir brauchen ein Populationsmanagement für den Kormoran, das den Artenschutz im Blick hat und den Interessen der Menschen dient“.
Das Quiz ist unter folgender Internetadresse erreichbar:
https://visuals.manifesto-project.wzb.eu/wahlprogrammquiz/
Das Quiz hat aber nicht nur einen informativen und spielerischen Charakter, sondern es werden für die Forschung interessante Daten zur Wahrnehmung von Parteien und der Kenntnis von Programmen erhoben. Eine erste Auswertung dieser Daten wird in einigen Wochen hier auf dem Blog veröffentlicht werden.
Wen Sie mehr über das Manifesto Projekt erfahren wollen schauen Sie doch mal auf der Projektwebseite unter: manifesto-project.wzb.eu vorbei.
Das Ende vom „Ende der Geschichte“
Oft heiĂźt es, die Demokratie sei weltweit in Gefahr und der Rechtspopulismus auf dem Vormarsch. Dabei stehen die reifen Demokratien heute in vielerlei Hinsicht besser da als vor 50 Jahren. Und trotzdem haben sie ein zentrales Versprechen an ihre BĂĽrger gebrochen.
Wolfgang Merkel diskutiert in einem Kommentar der bei zuerst Online beim CICERO erschienen ist das Ende des „Ende der Geschichte“.
Launch des WZB Democracy Podcast
Der WZB Democracy Podcast
Ein Podcast über aktuelle Entwicklungen der Demokratie- und Regimeforschung. In jeder Folge des WZB Democracy Podcasts diskutiert der Gastgeber Ilyas Saliba mit einem oder mehreren Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung und deren Relevanz. Auf diese Weise geben wir Einblicke in die Arbeit der WZB-Forschung zu Demokratie, Parteien, Wahlen, autoritären Regimen und politischen Transitionsprozessen. Der WZB Democracy Podcast ist ein Projekt der Abteilung Demokratie und Demokratisierung des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.
Was erwartet Uns?
In der ersten Episode sprechen wir mit Aiko Wagner über Wähler, Wahlverhalten und den Unterschied zwischen Game of Thrones und Demokratie.
Für die kommenden Wochen sind mehrere Folgen vorgesehen. Unter anderem diskutieren wir mit Nicolas Merz und Sven Regel die Relevanz von Wahlprogrammen. In einer weiteren Folge beschäftigen wir uns dann explizit mit den Wahlprogrammen der AfD und erörtern die Veränderungen des Wahlprogramms der AfD mit Pola Lehmann und Theres Matthieß. Bernhard Wessels wird uns aus seiner Forschung zu Kandidatenwettbewerb und Personalisierung von Wahlkampf und Wahlentscheidung berichten. In einer weiteren Episode werden wir uns mit Seongcheol Kim dem Begriff des Populismus von Rechts und Links aus politiktheoretischer und diskurstheoretischer Sicht annähern. Darüber hinaus werden wir mit Robert Vehrkamp über AfD Wähler sprechen, und zum Abschluss der ersten Staffel mit Sascha Kneip und Wolfgang Merkel die Ergebnisse der Bundestagswahl einordnen und die Bedeutung von Wahlen für die demokratische Legitimation erörtern
Links zum Podcast:Â
Hier der Link zu der ersten Podcast Episode in der Aiko Wagner Wähler, Wahlverhalten und Wahlsysteme erläutert: https://soundcloud.com/user-288673537/wahler-wahlverhalten-und-der-unterschied-zwischen-game-of-thrones-und-demokratie
Populismus und Illiberalismus in Ost und West. Eine theoretische Annäherung
Wie ist das VerÂhältnis zwischen Populismus und IlliÂberalismus? ZurĂĽckgreifend auf die PopulismusÂ-Theorie Ernesto Laclaus und die Agonismus-Theorie Chantal Mouffes wird versucht, den illiberalen Populismus als eine Spielart des PoÂpulismus aufzufassen, die spiegelbildÂlich zur neoliberalen „PostÂ-Politik“ die liberale unter die demokratische LoÂgik unterordnet. Dies wird an aktuellen Beispielen aus West und OstmitÂteleuropa in Bezug auf eine bestimmÂte Haltung zu Grundrechten und zu den Institutionen der liberalen DemoÂkratie aufgezeigt.
Nationalismus, gesellschaftliche Homogenität und Traditionalismus. Die programmatische Alternative für Deutschland?
Seit 2013 gibt es in der Bundesrepublik die Partei Alternative fĂĽr Deutschland. Mit welchen Themen will sie eine Alternative zu den etabÂlierten Parteien bieten? Eine vergleiÂchende Analyse des ersten WahlproÂgramms (2013) und des Grundsatzprogramms (2016) zeigt eine starke Verschiebung der TheÂmenschwerpunkte. Standen bei der GrĂĽndung noch Themen wie EUÂKriÂtik, Volkssouveränität und HaushaltsÂdisziplin im Fokus, definiert sich die AfD heute besonders ĂĽber BezĂĽge zum Nationalismus, zur gesellschaftlichen Homogenität und zu traditionellen Werten.
Herbst der Demokratie?
Link
Direktor Wolfgang Merkel mit einer Vorlesung in der Teleakademie des SWR ĂĽber Trump, Brexit und die Frage nach einen Herbst der Demokratie?
Brexit, Trumps Wahlsieg in den USA, der Rechtspopulist Hofer scheitert nur knapp an der Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich. Rechtspopulisten befinden sich dies- und jenseits des Atlantiks in einem beängstigenden Vormarsch. In Ungarn und Polen sitzen sie längst in der Regierung. Gleichzeitig hat der deregulierte globale Kapitalismus die demokratische Gestaltungskraft der Nationalstaaten ausgehöhlt.
Wahlprogramme sind besser als ihr Ruf
Wahlprogramme werden in der Ă–ffentlichkeit oft kritisch beäugt: Sie enthielten leere Versprechungen, seien den Wählern nicht bekannt und die Unterschiede zwischen den Parteien marginal. Die empirische Forschung und das am WZB angesiedelte Manifesto Projekt hingegen zeigen, dass die Wahlprogramme die Politik nach der Wahl bestimmen, die InÂhalte der Programme ĂĽber unterschiedliche Kanäle den WähÂlern bekannt gemacht werden und sich die Wahlprogramme der Parteien sehr wohl hinsichtlich der Themenschwerpunkte und Sachfragenpositionen unterscheiden.
Bundestagswahl 2017: Die Stunde der Populisten?
Populismus ist in der öffentlichen Diskussion ein schillernder und vieldeutiger Begriff. Politiker, Parteien und Wähler werden wahlweise als Populisten, Rechtspopulisten oder Linkspopulisten bezeichnet. Seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA wird sogar von einem neuen „Zeitalter des Populismus“ gesprochen. Auch den liberalen, repräsentativen Demokratien des Westens wird eine populistische Zukunft vorhergesagt. Populismus scheint zur Signatur der Demokratie im 21. Jahrhundert zu werden. Aber was ist Populismus? Wie lässt er sich inhaltlich definieren und empirisch messen? Wie populistisch sind die Deutschen? Und welche Rolle spielt der Populismus im Wahlkampf und für die Wahlentscheidung im Jahr der Bundestagswahl 2017?

